Bücher-Klassensatz
Der Klassensatz umfasst 30 Bücher und bietet die Möglichkeit, gemeinsam mit den SchülerInnen über einen längeren Zeitraum ein Buch zu lesen.
Pias lebt gefährlich
Mediennummer K1
Thomas Bock
Unter Mitarbeit von Gerhard Kemme
Edition Balance
2. Auflage, Bonn 2003
ISBN 3-88414-251-8
128 Seiten
9.90 € / 18.10 sFr
Pias lebt - wenn auch gefährlich in unseren Augen. Denn Pias haust im Wald oder in Abbruchhäusern. Er kann Nähe nicht ertragen, Lärm macht ihn verrückt. Mit diesem Buch will Thomas Bock unser Verständnis wecken für Menschen, die anders sind und die es auch ohne Psychiatrie schaffen, ihr Leben zu leben. Er erzählt hier wie schon in dem Buch „Die Bettelkönigin“ eine wahre Geschichte. Pias heißt im wirklichen Leben Gerd Kemme, gemeinsam haben sie seine Geschichte aufgeschrieben, eingebettet in eine spannende Story aus dem Alltag von vier Jugendlichen. Das Buch ist insbesondere für Jugendliche ab zehn Jahre gedacht und deshalb auch sehr gut als Material für den Unterricht geeignet. Aber auch alle Fans der „Bettelkönigin“ können sich auf eine neue spannende Geschichte freuen. Und alle, die den Spaß an Jugendbüchern nicht verloren haben, sowieso. Kurzbeschreibung der Geschichte: Anton, Niklas, Luise und Sophie haben am Stadtrand eine unbewohnte, vor sich hin verfallende alte Villa entdeckt. Die wollen sie fortan nutzen: für ihre Treffen, zum Rauchen und Quatschen und zum Musikmachen, natürlich. Alles ist organisiert, da stoßen sie eines Abends auf Pias. Der stinkt mächtig und redet manchmal verworrenes Zeug. Vor allem aber: Er ist obdachlos und nutzt die Villa ebenfalls öfter.Aus dem anfänglichen Gegensatz der vier und Pias entwickelt sich eine vorsichtige Nähe. Die Jugendlichen begreifen nach und nach das Leben dieses eigenartigen Mannes, der von „Depots“ und vom „strukturierten Rückzug“ redet. Als Pias das Opfer eines Schlägertrupps wird, entsteht plötzlich Solidarität ...Textauszug: Pias lehnte sich gegen die große Buche gegenüber der alten Villa und atmete tief durch. Lange hielt er es nicht aus in geschlossenen Räumen, auch wenn sie zu noch so großen Wohnungen oder Häusern gehörten. Er hasste die Geräusche, die mit Gebäuden verbunden waren. Manchmal überfiel ihn der Lärm schon, wenn er durch die Tür trat, manchmal erst später. Diese Villa war nicht schlecht gewesen. Er hatte schon mehrere Nächte hier verbracht. Und er würde wiederkommen. Vielleicht könnte er sogar ein Depot anlegen. (...) Pias rasten die Gedanken durch den Kopf. Doch um ihn herum wurde es langsam ruhiger. Die mächtige Buche strahlte Ruhe aus. Pias liebte die Stille des Waldes.. Ein paar Tage würde er unterwegs sein. Das Depot kam in den Keller. Im freien Gelände hatte er genug davon. Pias kramte eine zerknitterten Plan aus der Westentasche. (...) In jeder Himmelsrichtung gab es Fluchtpunkte. Das war die Hauptsache.