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Bücher

Wenn die Seele überläuft
Mediennummer B1

Irrwege, eigene Wege
Mediennummer B2

Anna in der Wand
Mediennummer B3

Rote Linien
Mediennummer B4

Adam und Lisa
Mediennummer B5

Ulla und alles
Mediennummer B6

Ich bin doch nicht verrückt
Mediennummer B7

Der Pazjent als Psychiater. Oskar Panizzas Weg vom Irrenarzt
Mediennummer B8

Hunger, Hunger
Mediennummer B9

Essen? Nein, Danke?
Mediennummer B10

Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis.
Mediennummer B11

Wenn der Mensch, den du liebst, depressiv ist.
Mediennummer B12

Psychose und Stigma
Mediennummer B13

Die Bettelkönigin
Mediennummer B14

Total durchgeknallt
Mediennummer B15

Wenn Die Seele überläuft
– Kinder und Jugendliche erleben die Psychiatrie
herausgegeben von Marie-Luise Knopp und Klaus Napp
Mediennummer B01
erschienen (3. Aufl.) 1996
Psychiatrie Verlag, Bonn
ISBN 3-88414-162-7
rund 220 Seiten

Silke hat versucht, sich umzubringen, Peter bekommt in der Schule Angstzustände und Judith verliert sich in Traurigkeit. Doch was tun, wenn die Seele überläuft? Judith, Silke und Peter und viele andere haben schließlich in der Kinder- und Jugendpsychiatrie Hilfe gesucht. Sie haben beschlossen, sich nicht länger zu verstecken und den Vorurteilen gegenüber der „Klapse“ mit ihrer Geschichte entgegenzutreten. Ihre authentischen Erlebnisberichte bilden einen Spiegel, in dem sich Jugendliche und Eltern, die Ähnliches erleben, wieder erkennen können. Und vielleicht lernen sie sich nach der Lektüre besser verstehen.

„Das Buch enthält an die 70 kurze Geschichten über die Psychiatrie und das Leben, über Themen wie Angst, Depressionen, Suizidversuche, Psychosen, Essstörungen und Drogen. Es ist also kein erheiterndes Buch. Man kann es dennoch leicht lesen und darin blättern, weil die Geschichten in ihrer Kürze jeweils für sich stehen. Man kann es im Übrigen auch verschenken an Menschen, denen man vermitteln will, was psychische Störungen und Psychiatrie bei Kindern und Jugendlichen sind und was sie bewirken – günstigenfalls und ungünstigenfalls. Das Buch ist ein Erfolg, dass lässst sich jetzt schon absehen. Drei Wochen nach Erscheinen musste der Verlag es nachdrucken lassen. Fast eine Sensation.“ Asmus Finzen, Soziale Medizin.

Marie-Luise Knopp, Jg. 1942, begleitete jahrelang die Zeitung „Klapse“ der Kinder- und Jugendpsychiatrie und ist Mitherausgeberin der beiden Bücher „Wenn die Seele überläuft“, Psychiatrie-Verlag, und „Reif für die Klapse?“ Fischer-Verlag. Sie ist seit 16 Jahren Lehrerin in der Alfred-Adler-Schule, der Schule in der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Düsseldorf.

Irrwege, eigene Wege
Junge Menschen erzählen von ihrem Leben nach der Psychiatrie

Mediennummer B02
herausgegeben von Marie-Luise Knopp und Barbara Heubach
Psychiatrie Verlag, Bonn
1999
S. 196
ISBN 3-88414-238-0

Mit der Entlassung aus der Kinder- und Jugendpsychiatrie hat eine persönliche Krise ein Ende gefunden, aber wie geht es nun weiter? Das alte Leben kann man in der Regel nicht wieder aufnehmen: Jugendliche müssen entscheiden, ob sie wieder zu den Eltern ziehen wollen, ob sie den Mitschülern, und Freunden von ihren Erfahrungen berichten, welchen Berufsweg sie einschlagen wollen, und sie müssen lernen, mit Rückfällen zu leben.

Mit dem zeitlichen Abstand zum Aufenthalt in der Kinder- und Jugendpsychiatrie erscheint die Station häufiger als Schonraum, denn als Schutzraum, der, wenn er plötzlich wegfällt, das Zurechtfinden im „normalen“ Alltag erschwert. Wie bewältigt man Probleme, wenn nicht gleich eine Therapeutin zur Seite steht? Wie stellt man sich den Anforderungen einer normalen Schule? Geht man offen mit seiner Psychiatrie-Erfahrung um, schlägt einem übertriebene Vorsicht oder Zurückweisung entgegen. Gerade für den beruflichen Einstieg ist Schweigen viel zu oft die bessere Alternative.

Die Erfahrungen der Autoren zeigen Mitarbeiterinnen der Jugendhilfe und der Kinder- und Jugendpsychiatrie die Behandlungswünsche ihrer Klienten und bieten Ansatzpunkte für eine bessere Entlassungsvorbereitung und Begleitung in der Zeit nach der Krise. Geschwister, Freunden und Eltern eröffnet dieses Buch einen Zugang zum Verständnis der jungen Menschen.

Themen

Anna in der Wand
Mediennummer B03
von Patrice Kindl
dtv junior extra
ISBN 3-423-70596-0
192 Seiten

Anna ist so schüchtern, dass sie am liebsten unsichtbar sein möchte. Diese Eigenart hat sie von ihrem Vater geerbt, der eines Tages irgendwo zwischen den dreißig Kilometer langen Bücherregalen der Nationalbibliothek verloren ging und den sie – anders als ihre Mutter und ihre beiden Schwestern Kirsty und Andrea – schmerzlich vermisst. Insgeheim stellt sie sich vor, dass er eine verborgene Existenz hinter Bücherwänden führt und beginnt sein vermeintlich verstecktes Leben nachzuspielen, indem sie sich heimlich in den Wänden ihres viktorianischen Elternhauses Geheimgänge anlegt. Als sich Annas Schuleintritt nicht länger aufschieben lässt, ist sie darüber so verängstigt, dass sie buchstäblich ganz in den Wänden des alten Hauses verschwindet. Und hier, in ihrem dunklen Versteck, tun sich wunderbare Dinge. Unsichtbar und von ihrer Familie fast vergessen, nimmt Anna dennoch regen Anteil am Leben ihrer Schwestern, die sie durch Gucklöcher in den Wänden beobachtet und belauscht. Doch dann entdeckt sie eines Tages in einer Mauerritze einen Liebesbrief, der mit „Liebe A.“ beginnt und Anna gehörig durcheinander bringt. Während ihr Körper sich verändert und sie erst langsam erkennt, dass sie nicht die Einzige ist, der es so geht, erwachen in ihr völlig neue Gefühle: Sie ist verliebt. Doch wer ist dieser geheimnisvolle „F“, der sie so gut zu kennen scheint und dessen wunderbare Briefe sie ermutigen ihren Kokon abzustreifen, um wieder aktiv am Leben teilzuhaben?

Patrice Kindl lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Ballston Lake, New York. Ihr erstes Jugendbuch „Eule verliebt“ wurde mehrfach ausgezeichnet und hat die Autorin im deutschsprachigen Buchhandel bekannt gemacht.

Rote Linien
Mediennummer B04
von Brigitte Blobel
208 Seiten - Arena
2001
ISBN: 3401027034

Kitty hat seit einigen Monaten plötzlich vor allem Angst: vor der Schule, vor den Lehrern, vor den Eltern. Schon bei den kleinsten Kleinigkeiten bricht sie in Panik aus. Nur zu Sven hat sie noch Vertrauen. Er ist auch der einzige der erkennt, dass Kitty „aus der Wirklichkeit herausgefallen“ ist und professionelle Hilfe braucht. Aber es ist schon fast zu spät!

Adam und Lisa
Mediennummer B05
von Myron Levoy
dtv pocket
240 Seiten
ISBN: 3-423-78014-2
Ab 14

Die 14-jährige Lisa verliebt sich in ihren Mitschüler Adam, einen ehemaligen Schüler aus einer Förderklasse für seelisch gestörte Kinder, der in einem verfallenen Holzhaus lebt und behauptet, er stamme vom Planeten Wega X. Natürlich nimmt Lisa ihm die Geschichte nicht ab. Doch erst nach und nach begreift sie, dass Adam sich damit selbst belügt um sein Kindheitstrauma – den alkoholabhängigen, gewalttätigen Vater – und die ärmlichen Verhältnisse, in denen er jetzt lebt, zu verdrängen.

Ulla und alles.
Mediennummer B06
von Kim Fupz Aakeson
Hardcover - 143 Seiten - Aare
Erscheinungsdatum: Januar 2000
ISBN: 3726005404
Ab 12

Das mit der Normalität ist so eine Sache. Die meisten Dinge kann man nämlich von mehreren Seiten betrachten. Den Film „Herz ist Trumpf“ zum Beispiel: Für den einen ist er der pure Kitsch, für den 19jährigen Ich-Erzähler dieses Buches bedeuten die Filmheldin Linda und ihre Geschichte mehr als alles andere. Eines Tages erfährt er, dass Linda von Ulla Vilstrup gespielt wurde und dass Ulla in seiner Stadt wohnt. Mit seinem Freund zusammen macht er sich auf die Suche nach ihr. Ein Jugendroman mit einer ungewöhnlichen Weltsicht, der an das Buch „Einer flog über das Kuckucksnest“ erinnert.

Süddeutsche Zeitung, 02.06.2000

Für diese Geschichte von einem „dänischen Forrest Gump“ würde Siggi Seuss alle anderen Bücher beiseite legen. Restlos begeistert erzählt der Rezensent in Kurzform die Geschichte von einem Jungen, der seiner grausamen Mutter mit einer Bratpfanne auf den Kopf gehauen hat und nun – in einer psychiatrischen Anstalt – mit einem Kitschfilm über eine im Leben gescheiterte Frau Trost sucht. Schließlich will er die Darstellerin der Filmheldin „Linda“ kennen lernen, und wie er das bewerkstelligt und wozu dieses Ansinnen führt, gehört für Seuss zu den „Leseereignissen“ schlechthin. Seuss betont dabei die liebevolle, „zu Tränen“ rührende Behandlung der Figuren durch den Autor und lobt den „lakonischen Witz und Situationskomik“, mit der Aakeson dem ganz normalen Wahnsinn auf die Schliche kommt.

Ich bin doch nicht verrückt.
Mediennummer B07
Erste Konfrontation mit psychischer Krise und Erkrankung
von Michael Stark – Fritz Bremer – Ingeborg Esterer
Psychiatrie-Verlag
1997
ISBN: 3884142100
150 Seiten

Die Angst, psychisch krank zu sein und womöglich in der „Klapse“ zu landen, sitzt tief. Dabei ist es nicht unbedingt die Krankheit, die Angst macht. Es sind eher die Vorstellungen, die man selber damit verbindet, und die Institution Psychiatrie, die stigmatisieren. Die Unwissenheit über das, was in der Psychiatrie tatsächlich geschieht und was sie leisten kann, verhindert, dass Betroffene und Angehörige sich rechtzeitig Hilfe holen. In diesem Buch schreiben Menschen über erste Konfrontation mit psychischen Krisen und mit der Psychiatrie. Fachleute berichten aus ihrer Praxis und weisen auf Wege der Bewältigung hin. Die Beiträge wollen helfen, Vorurteile abzubauen und Betroffene und Angehörige ermutigen, sich auch bei psychischen Problemen zu Experten in eigener Sache zu entwickeln.

Der Pazjent als Psychiater. Oskar Panizzas Weg vom Irrenarzt zum Insassen
Mediennummer B08
Von Jürgen Müller
Edition Narrenschiff, Psychiatrie-Verlag Bonn
1999
ISBN 3-88414-291-7
340 Seiten

„Wir sprechen von ‚Geisteskrankheit‘ wenn wir sehen, dass Jemand gar keine Raison annehmen will und sich fest auf seinen Instinkt verlässt - ... aber wir können ja objektiv überhaupt keine Geistesäußerung abschätzen, wir können von den Geisteszuständen unserer Nebenmenschen nur sagen: dass sie anders sind als unsere, und dass sie mit dem sozialen und Kulturleben unsrer Zeit sich nicht vertragen.“ Oskar Panizza

Vom Irrenarzt, Schriftsteller und Häftling zum Antipsychiater, Verleger und entmündigten Geisteskranken – kenntnisreich und mit vielen Detailinformationen zeichnet diese wissenschaftliche Biographie Oskar Panizzas Lebensweg nach: Noch während seiner Assistenzarztzeit nahm Panizza erste Symptome einer Geisteskrankheit bei sich wahr. Um diese zu bewältigen, wandte er sich dem Schreiben zu. Für sein bekanntestes Werk, Das Liebeskonzil, wurde Panizza mit einem Jahr Gefängnis bestraft. Die meisten seiner Werke wurden beschlagnahmt, aber durch die Diagnose „Paranoia“ schloss man die Verantwortlichkeit an seinen Schriften und Handlungen aus. Die Geisteskrankheit verschlimmerte sich. Panizza hatte Sinnestäuschungen des Gehörs- und des Geruchssinns, fühlte sich vom Deutschen Kaiser verfolgt und beeinträchtigt. Er selbst beschreibt seine Krankheitszeichen ausführlich in Tagebucheinträgen. Als einer der ersten verfasste Panizza eine nahezu lückenlose Patientenautobiographie aus der Sicht des ehemaligen Psychiaters. In verschiedenen Veröffentlichungen kritisierte er die zeitgenössische Psychiatrie. Sein antipsychiatrisches Konzept stellt den Patienten in den Mittelpunkt der Irrenfürsorge. Als selbst von der Geisteskrankheit Betroffener schreibt Panizza gegen Stigmatisierungen und Gängeleien, gegen eine naturwissenschaftliche Betrachtung der Geisteskrankheit an.. Die Panizza-Biographie wendet sich nicht nur an den psychiatrisch Interessierten. Jeder, der hinter der Diagnose den Lebensweg des Betroffenen sucht, findet in Oskar Panizza einen Wegbereiter für eine Psychiatrie, die den Patienten in den Mittelpunkt stellt.

Hunger, Hunger
Mediennummer B09
von Brigitte Kolloch, Elisabeth Zöller
Erika Klopp, Hamburg 2003
www.klopp.biz
ISBN 3-7817-2381-x
ab 13 Jahren
180 Seiten

Isabelle sucht einen Weg aus dem Teufelskreis der Bulimie

Eigentlich will Isabelle nur ein paar Kilo abnehmen – aber dann verliert sie die Kontrolle. Gegen ihren Willen, wie eine Marionette, geht sie immer wieder an den Kühlschrank: Schokopudding, Brot, Butter, Marmelade, Käse, Wurst, Heringssalat. Anschließend muss sie sich übergeben. Eines Tages bricht sie völlig entkräftet zusammen und beginnt eine Therapie. Doch der Weg zu einem normalen Essverhalten ist lang. Mit Kontaktadressen im Anhang.

Zu diesem Buch gibt es eine Lehrerhandreichung.

Essen? Nein, Danke?
Mediennummer B10
Maureen Stuart, Ravensburger Taschenbuchverlag

Rebecca hat nur ein Ziel: abnehmen. Sie ist süchtig nach dem Hochgefühl wieder ein Pfund abgespeckt zu haben. Und sie fühlt sich bestätigt wenn sie ihrer Freundin Jessi beim Essen zusieht oder ihrer Familie. Was die alles in sich hineinstopfen! Rebecca isst wochenlang fast gar nichts und hat super Ergebnisse. Eines Tages aber kippt sie um und landet – mit nunmehr 35 Kilo Gewicht – im Krankenhaus. Rebecca fühlt sich unverstanden sie kann nichts Schlechtes an ihrer Magerkeit finden und denkt sich wieder daheim immer raffiniertere Methoden aus ihre Sucht zu verbergen. Es muss noch so einiges geschehen bis Rebecca begreift, dass sie dabei ist sich umzubringen.

Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis. Ein Ratgeber für Patienten und Angehörige.
Mediennummer B11
von Josef Bäuml
Springer-Verlag, 1994
136 Seiten
Nach dem Auftreten einer psychotischen Erkrankung kommt es immer wieder zu einer gewissen Sprachlosigkeit. Patienten wie Angehörige sind verunsichert und erstaunt, dass es „so etwas“ überhaupt gibt. Dieser Ratgeber versucht deshalb, auf die wichtigsten Fragen zur Erkrankung und den erforderlichen Behandlungsmaßnahmen anschauliche und gut verständliche Antworten zu geben. Dadurch können Spannungen und Enttäuschungen vermieden werden, die sich sonst aus Missverständnissen und Fehleinschätzungen ergeben.

Wenn der Mensch, den du liebst, depressiv ist. Wie man depressiven Angehörigen oder Freunden hilft, ohne selbst den Boden unter den Füßen zu verlieren.
Mediennummer B12
Laura Epstein Rosen und Xavier Francisco Amador, Scherz-Verlag
350 Seiten
Dieses Buch wendet sich an jene, die die Depression eines anderen mit erleiden. Es unterstützt sie in dem Bemühen, dem Kranken zu helfen, zeigt aber gleichzeitig, wie wichtig es ist, sich abzugrenzen und für das eigene Wohlbefinden zu sorgen. Nur so findet schließlich auch der Kranke zu seiner Heilung.

Psychose und Stigma
Mediennummer B13
Stigmabewältigung – zum Umgang mit Vorurteilen und Schuldzuweisung
von Asmus Finzen
Psychiatrie-Verlag (Reihe Ratschlag), Bonn 2001
200 Seiten
Schizophrenie ist nicht nur eine Krankheit. Schizophrenie als Metapher steht gleichzeitig für alles Mögliche andere – und nichts davon ist gut. Das Wort wird damit zum Stigma, das psychisch kranken Menschen aufgedrückt wird wie eine zweite Krankheit.

Dieses Buch hilft, Diffamierung, Vorurteil und Schuldzuweisung bewältigen zu lernen. Es setzt auf Aufklärung von Kranken und Angehörigen über die Stigmatisierung und deren Folgen für ihr Selbstwertgefühl. Es zeigt, dass ihnen Unrecht geschieht. Es erklärt, wie ein Stigma zustande kommt, wie es unabhängig von einzelnen Betroffenen wirkt, aber jeder sich konkret damit auseinandersetzten kann. Diese Hilfen zur Stigmabewältigung gehören in jedes Programm von Psychoinformation und Psychoedukation. Sie bilden einen zentralen Pfeiler langfristig erfolgreicher Psychosentherapie.

Die Bettelkönigin
Mediennummer B14
Illustriert von Hildegard Wohlgemuth
Thomas Bock, Irene Stratenwerth
Edition Balance
Bonn 2001
ISBN 3-88414-266-6
104 Seiten
12.90 € / 23.50 sFr

Felix lebt in einer geordneten Welt, bis er auf Finchen trifft und auf Maruschka, die auf ihrem großen Roller knallbunt und rund in das Leben der Kinder rollt. Eine merkwürdige Person. Als Felix aus Langeweile Finchen folgt in deren „Reich“ am Brunnen vor dem Nordbahnhof, sieht er sie wieder: Maruschka, die Bettelkönigin. Hier steht sie mit ihrem Schild „Bin schizophren, brauche Geld für neue Farben“ ...

Liebevoll und mit viel Humor erzählen Irene Stratenwerth und Thomas Bock die aufregende Geschichte von Felix und Finchen, die gemeinsam mit anderen Kindern Maruschka alias Inge Himmelblau kennenlernen. Ein modernes Großstadtmärchen mit wahrem Hintergrund: „Maruschka“ lebt wirklich. Die ungewöhnlichste der drei Hautpersonen dieses Buchs hat ein lebendiges Vorbild, die Hamburgerin Hildegard Wohlgemuth. An ihrer Geschichte wird psychische Krankheit auch und gerade für Kinder begreifbar, ohne nur Schrecken oder Mitleid auszulösen.

„Maruschka“ ist ein starker Mensch, eine Lebenskünstlerin, die viel zu geben hat. Ihre zeitweiligen Wahnvorstellungen und Ängste haben historische Ursachen: Als Kind wird sie im 2. Weltkrieg auf der Flucht von ihrer Familie getrennt. Ihr Kinderheim gerät unter Beschuss, eines Nachts wird der Keller getroffen. 20 Kinder sterben. Hildegard überlebt, kann die Katastrophe aber nicht vergessen und fängt an, Stimmen zu hören, Stimmen von Kindern. Sie verbringt viele Jahre in Heimen und Anstalten, bis sie in der Sorge und Verantwortung für ein eigenes Kind selbständig wird. Die 20 Kinder von damals halten sie auch heute noch am Leben. Sie sind Bestandteil ihrer Psychose und bevölkern ihre kunstvollen Bilder. Ihr endgültiges Sterben würde sie auch heute noch nicht verkraften. Inzwischen ist sie mehrfache Großmutter, lebt selbstständig in einer kleinen Hochhauswohnung. An vielen Plätzen Hamburgs ist sie zu Hause und verkauft oder verschenkt ihre Bilder.

„Die Bettelkönigin“ ist kein pädagogisches Buch, sondern eine spannend erzählte Geschichte für Kinder ab 8 Jahren. Es ist gut geeignet als Vorlesebuch in Gruppen und im Klassenverband. Es stellt Verbindungen her zwischen kindlicher und psychotischer Welt, vermittelt einen realistischen Eindruck von Psychiatrie und beugt so üblichen Vorurteilen vor. Mit dieser Konzeption hat die Bettelkönigin 1998 den internationalen Journalismuspreis gewonnen, mit dem herausragende Leistungen für die Wiedereingliederung schizophrener Patienten ausgezeichnet werden.

„Die Bettelkönigin“ erschien 1998 im Kore-Verlag, der leider im letzten Jahr Konkurs anmelden musste und deshalb das mittlerweile vergriffene Buch nicht mehr auflegen konnte. Da die Nachfrage nach dem Buch ungebrochen ist, gibt es nun im Psychiatrie-Verlag eine Paperback-Ausgabe.

Resonanz

Dr. Michaela Amering, Oberärztin, Universitätsklinik Wien: „Ich habe gelacht und geweint, war gespannt und amüsiert. Und besorgt, weil die Seiten immer weniger wurden. Das Buch macht mich total glücklich. Jetzt will ich es möglichst vielen Leuten zugänglich machen und zeige es, wo ich kann. ... Ich bin überzeigt, dass das Buch ein besseres Anti-Stigma-Programm ist, als das, was die World Psychiatric Association (WPA) jetzt bei uns startet.... Ich hoffe sehr, dass es gut beworben und verkauft wird. Was ich dazu beitragen kann, möchte ich tun. .....“

Total durchgeknallt
Hilfen für Kinder und Jugendliche in psychischen Krisen
Mediennummer B15
Marie-Luise Knopp, Gudrun Ott (Hg.)
Ratschlag, Psychiatrie-Verlag
2. Auflage, Bonn 2003
ISBN 3-88414-314-X
260 Seiten
13.90 € /
„Meine Tochter in der Kinder- und Jugendpsychiatrie – wie konnte das passieren? Wie hat das alles angefangen? Meine Tochter wurde irgendwie launisch. Mal war sie niedergeschlagen, mal total aufgedreht, dann wieder aggressiv. Die kommt in die Pubertät, meinten Freundinnen und andere, mit denen ich sprach. Im 7. Schuljahr begannen die Schulprobleme. Immer öfter war ihr morgens schlecht, sie hatte Bauchweh usw. Der Arzt konnte nichts finden, also suchte ich Hilfe beim Schulpsychologischen Dienst. Ich bat in der Schule um die Versetzung in die Parallelklasse. Ich sprach mit dem Direktor, dem Klassenlehrer, der Sozialbetreuerin der Schule. Alle erklärten mir, dass meine Tochter unauffällig sei und die von mir gewünschten Maßnahmen nicht erforderlich seien.“ Gunhild Molitor

Wenn Kinder und Jugendliche aus dem Rahmen fallen, in der Schule auffällig werden, aggressiv nach außen gehen oder sich im Gegenteil nach innen zurückziehen, weil Angst oder Depressionen sie lähmen, erfordert es Mut, sich Hilfe zu holen und auch Ausdauer, bis man den richtigen Ansprechpartner gefunden hat. In diesem Buch beschreiben Jugendliche ihre typischen Probleme und Fachleute stellen mögliche Anlaufstellen vor. Kurze Beschreibungen der häufigsten Störungsbilder und gängigen therapeutischen und institutionellen Angebote helfen Eltern und Jugendliche bei der Suche nach dem richtigen Weg aus einer psychischen Krise.
Total durchgeknallt ist nach den erfolgreichen Titeln „Wenn die Seele überläuft“ und „Irrwege, eigene Wege“ das dritte Buch aus der Düsseldorfer Kinder- und Jugendpsychiatrie im Psychiatrie-Verlag.

Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Hilfe suchen: wann und wo?